Eventtipp: tazlab Medien und Freitag Fabrik

Hier ein spezieller Eventtipp:

Die Revolution haben wir uns anders vorgestellt

Der Medienkongress in Berlin

Am 8. und 9. April findet im Berliner Haus der Kulturen der Welt das zweite Zukunftslabor der taz, in diesem Jahr in Kooperation mit der Wochenzeitung „der Freitag“ statt. Weitere Kooperationspartner sind der britische Guardian, der Kultur-Internetdienst Perlentaucher, die Nichtregierungsorganisation Reporter ohne Grenzen, Netzwerk Recherche, die taz Panter Stiftung sowie die deutschsprachige Ausgabe von Le Monde diplomatique.

Thema: „Die Revolution haben wir uns anders vorgestellt“

Zwei Dutzend Veranstaltungen, Podien, Workshops, Vorträge und Diskussionen zur Medienrevolution und das, was sie aus unserer Wirklichkeit gemacht hat, was wir aus ihr gestalten wollen. Und 100 Gästen aus aller Welt – aus den USA, Lateinmerika, Osteuropa, Tunesien, dem Maghreb, Europa und Deutschland.

Themenschwerpunkte: Politische Leckagen – Wikileaks; politische Stimmen, endlich Gehör finden, aus Afrika, Osteuropa; politischer Protest gegen die Zensur; politische Qualitäten in Sachen Internet; Partizipation und Teilhaben – die Medien und Stuttgart 21.

Sie finden hier das genaue Programm des taz.lab Medien – es wird laufend aktualisiert.


Veranstaltungsort Haus der Kulturen der Welt (Foto: dpa)

Zur Sache: Durch die technischen Fähigkeiten zur Datendigitalisierung ist die mediale Welt eine krass andere geworden. Mail und Mobiltelefon sind in weiten Teilen der Welt gewöhnliche Bestandteile der Kommunikation geworden – und zwar auch diese in globaler Hinsicht. Nichts kann mehr auf ewig verschlossen, verborgen, geheimnisvoll bleiben. Die Medienrevolution ist eine, die auch politisch Gutes verhieß.

Aber ist das wirklich der Fall geworden? Ist die Medienkrise, das Zeitungssterben beispielsweise in den USA, wirklich eine fatal hinzunehmende Entwicklung? Oder ist sie notwendig gewesen – ein technisches Sterben, wie so viele Dinge durch Revolutionen überholt waren? Eine Medienkrise, die die taz als genossenschaftlich organisierte und unterfütterte Zeitung, unbeschadet überstanden hat – – ein Rezept für die Branche schlechthin? Kann eine Zeitung nur überleben, wenn sie sich von Umsatzinteressen von Verlegern unabhängig macht?

Und: Wie sind diese Medien aus der Perspektive von Verbrauchern – ist das Zeitungssterben nicht auch ein Qualitätsverlust bürgerlicher Öffentlichkeit, vor allem im lokalen Bereich? War Wikileaks, über all dies hinaus, ein Segen, der den Mächtigen signalisierte: Wir kommen an jedes eurer scheinbar perfekt gehüteten Geheimnisse? Die neuen Medien – ohne sie wäre in den arabischen Ländern diese politischen Revolutionen nicht möglich gewesen. Oder etwa doch? Werden die sozialen Netzwerke überschätzt, weil idealisiert?

Ist die Medienrevolution, wie wir sie uns vorgestellt haben, nicht auch eine gewesen, die den Kampf gegen die klassisch-bürgerlichen Medien möglich machte? Wie etwa in Stuttgart, wo die Proteste gegen den Neuzuschnitt der Innenstadt am Beispiel eines Bahnhofs gegen die Publikationen der örtlichen Zeitungen entfacht werden mussten?

Medien stiften Konstruktionen – auf dem taz.lab wird gefragt. Was ist der Anteil der Medien, an ihren Erzählungen, an ihren Blicken, dass der Islam so eine schlechte Presse hat? Wie werden Frauen, wie schwule Männer in den modernen Mediendiskursen gezeichnet?

Fragen über Fragen – die ihre Antworten auf dem taz.lab suchen!

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