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kulturtransfer wurde in den Druck gegeben: In der Beilage der Zeitungen  der Freitag und taz zum Event

Die Revolution haben wir uns anders vorgestellt

tazlab Medien und Freitag Fabrik

wurde der Beitrag  #flatrate_zur_freiheit zitiert. Ich freu mich! Download der Ausgabe gibts hier

kulturtech: Oriental Books

Seit kurzem präsentiert die Bayerische Staatsbibliothek 20 Prachthandschriften aus ihrer umfangreichen Orientsammlung als Application für iPad und iPhone.
Über die App „Oriental books“, in der beispielsweise die berühmte arabische Kosmographie „Die Wunder der Schöpfung“ aus dem Jahr 1280, ein weltweit bekanntes persisches „Königsbuch“ (ca. 16./17. Jh.) oder ein Gebetbuch der Haremsdame Düsdidil (Istanbul, 1845) vollständig hochauflösend digitalisiert enthalten sind, können die Werke von der ersten bis zur letzten Seite durchgeblättert werden.
Die wertvollen und seltenen sowie erlesenen Beispiele arabischer, persischer und osmanischer Buchkunst sind Teil der  Orientsammlung, deren Grundstock bereits im Gründungsjahr 1558 gelegt wurde. Heute umfasst die Sammlung 17.000 orientalische Handschriften, darunter ca. 4.200 aus dem islamischen Kulturkreis sowie ca. 260.000 Drucke.
Das öffentliche Interesse am islamischen Kulturkreis, aktuell noch verstärkt durch die politischen Umwälzungen in der arabischen Welt, ist in Deutschland ungebrochen. Für die Bayerische Staatsbibliothek mit ihren international ausgerichteten Sammlungen ist dieses Interesse Herausforderung und Chance zugleich, mit entsprechenden Angeboten die einzigartige schriftliche Kulturtradition des Orients sichtbar zu machen und so auch neue Aspekte zur oft kontrovers geführten politischen Diskussion über den Islam beizutragen.
Die „Oriental books“ können kostenlos in Apples  App Store heruntergeladen werden.

Eventtipp: re:publica 2011

Die re:publica ist eine der aufregendsten Konferenzen in Europa und die größte ihrer Art in Deutschland, welche sich rund um Blogs, soziale Medien und die digitale Gesellschaft dreht. Vom 13. bis 15. April 2011 wird sie wieder im Herzen Berlins stattfinden und das bereits zum 5. Mal.

Die re:publica versteht sich als politische, kulturelle, vor allem aber als sehr junge Veranstaltung, die sich von einem familiären Bloggertreffen mit 800 Besuchern zu einem unverzichtbaren Event auch für Branchenprofis entwickelt hat und 2010 bereits beeindruckende 2700 Gäste begrüßen konnte. Die re:publica darf sich zu Recht rühmen, Spiegel und Forum der digitalen Gesellschaft zu sein. Es gibt im europäischen Raum kein Event mit einer vergleichbaren Heterogenität und einem ähnlich weit gefassten Themenspektrum von Kunst, Medien und Kultur über Politik und Technik bis hin zu Entertainment.

2010 präsentierten mehr als 250 Redner aus 30 Ländern in über 160 Stunden Programm ihre Ideen und Projekte auf den den acht verschiedenen Bühnen der re:publica. Das Publikum der Konferenz besteht ferner aus Teilnehmern sämtlicher Bereiche. Publizisten und Publizistinnen, EntwicklerInnen, ManagerInnen, LehrerInnen, SchülerInnen, Studenten und Studentinnen, WissenschaftlerInnen genauso wie Kulturschaffende – sie alle kommen entweder aus beruflichem oder privatem Interesse, in den meisten Fällen jedoch aus beiden Gründen, weshalb sich die re:publica schließlich durch eine einzigartige und lockere Atmosphäre auszeichnet.

Der Ort

2011 wird die re:publica vom 13. bis 15. April wieder im FriedrichstadtPalast, der Kalkscheune und dem Quatsch Comedy Club stattfinden. Weitere Informationen dazu finden sich auch im FAQ.

Eventtipp: tazlab Medien und Freitag Fabrik

Hier ein spezieller Eventtipp:

Die Revolution haben wir uns anders vorgestellt

Der Medienkongress in Berlin

Am 8. und 9. April findet im Berliner Haus der Kulturen der Welt das zweite Zukunftslabor der taz, in diesem Jahr in Kooperation mit der Wochenzeitung „der Freitag“ statt. Weitere Kooperationspartner sind der britische Guardian, der Kultur-Internetdienst Perlentaucher, die Nichtregierungsorganisation Reporter ohne Grenzen, Netzwerk Recherche, die taz Panter Stiftung sowie die deutschsprachige Ausgabe von Le Monde diplomatique.

Thema: „Die Revolution haben wir uns anders vorgestellt“

Zwei Dutzend Veranstaltungen, Podien, Workshops, Vorträge und Diskussionen zur Medienrevolution und das, was sie aus unserer Wirklichkeit gemacht hat, was wir aus ihr gestalten wollen. Und 100 Gästen aus aller Welt – aus den USA, Lateinmerika, Osteuropa, Tunesien, dem Maghreb, Europa und Deutschland.

Themenschwerpunkte: Politische Leckagen – Wikileaks; politische Stimmen, endlich Gehör finden, aus Afrika, Osteuropa; politischer Protest gegen die Zensur; politische Qualitäten in Sachen Internet; Partizipation und Teilhaben – die Medien und Stuttgart 21.

Sie finden hier das genaue Programm des taz.lab Medien – es wird laufend aktualisiert.


Veranstaltungsort Haus der Kulturen der Welt (Foto: dpa)

Zur Sache: Durch die technischen Fähigkeiten zur Datendigitalisierung ist die mediale Welt eine krass andere geworden. Mail und Mobiltelefon sind in weiten Teilen der Welt gewöhnliche Bestandteile der Kommunikation geworden – und zwar auch diese in globaler Hinsicht. Nichts kann mehr auf ewig verschlossen, verborgen, geheimnisvoll bleiben. Die Medienrevolution ist eine, die auch politisch Gutes verhieß.

Aber ist das wirklich der Fall geworden? Ist die Medienkrise, das Zeitungssterben beispielsweise in den USA, wirklich eine fatal hinzunehmende Entwicklung? Oder ist sie notwendig gewesen – ein technisches Sterben, wie so viele Dinge durch Revolutionen überholt waren? Eine Medienkrise, die die taz als genossenschaftlich organisierte und unterfütterte Zeitung, unbeschadet überstanden hat – – ein Rezept für die Branche schlechthin? Kann eine Zeitung nur überleben, wenn sie sich von Umsatzinteressen von Verlegern unabhängig macht?

Und: Wie sind diese Medien aus der Perspektive von Verbrauchern – ist das Zeitungssterben nicht auch ein Qualitätsverlust bürgerlicher Öffentlichkeit, vor allem im lokalen Bereich? War Wikileaks, über all dies hinaus, ein Segen, der den Mächtigen signalisierte: Wir kommen an jedes eurer scheinbar perfekt gehüteten Geheimnisse? Die neuen Medien – ohne sie wäre in den arabischen Ländern diese politischen Revolutionen nicht möglich gewesen. Oder etwa doch? Werden die sozialen Netzwerke überschätzt, weil idealisiert?

Ist die Medienrevolution, wie wir sie uns vorgestellt haben, nicht auch eine gewesen, die den Kampf gegen die klassisch-bürgerlichen Medien möglich machte? Wie etwa in Stuttgart, wo die Proteste gegen den Neuzuschnitt der Innenstadt am Beispiel eines Bahnhofs gegen die Publikationen der örtlichen Zeitungen entfacht werden mussten?

Medien stiften Konstruktionen – auf dem taz.lab wird gefragt. Was ist der Anteil der Medien, an ihren Erzählungen, an ihren Blicken, dass der Islam so eine schlechte Presse hat? Wie werden Frauen, wie schwule Männer in den modernen Mediendiskursen gezeichnet?

Fragen über Fragen – die ihre Antworten auf dem taz.lab suchen!

Skateistan ya boshe


Die Schweizer Initiative „Skate to Kabul“ des Vereins Interkult hat sich ein besonderes Ziel gesetzt:

SKATE TO KABUL ist eine schweizweite Sammelaktion von gebrauchtem Skateboard-Equipment zu Gunsten der Skateboardschule Skateistan.

Sie ermöglicht es Schweizer Kindern und Jugendlichen, im Rahmen ihrer Möglichkeiten, einen aktiven Beitrag zu einem Hilfsprojekt zu leisten, indem sie Gleichaltrigen in Afghanistan direkt helfen.

Über Kennnummern auf dem gespendeten Material können Kinder und Jugendliche der beiden Kulturräume in einen persönlichen Kontakt treten, um so gewissermassen mit dem Skateboard über die kulturellen Gräben zu springen.

Neben dem Go Skateboarding Day im Juni 2010 in Basel ist die Initiative auch über die Schweiz hinaus durch ihren einfachen aber bestechenden Ansatz bekannt geworden. Bis zum August 2010 liefen in über 60 Skateboardshops und Einkaufszentren Sammelaktionen an. Die Aktion  ist von Erfolg gekrönt: Am 30.03.2011 stach der Container mit den gespendeten Brettern zusammen mit einer Klettergartenausrüstung und einer Siebdruckmaschine von Antwerpen aus in See . Er wird vorraussichtlich im Mai sein Ziel über den Landweg von Karachi in Pakistan aus erreichen.

Was passiert mit den Brettern, die die Welt bedeuten  ?

Zunächst gelangen die Skateboards in die Schule Skateistan:

Skateistan ist Afghanistans erste Skateboardschule und bietet rund 240 Kindern und Jugendlichen im Alter zwischen fünf und siebzehn Jahren die Möglichkeit, für eine kurze Zeit ihren Alltag hinter sich zu lassen und Skateboard zu fahren.Gegründet wurde die Einrichtung von den Beiden australischen Skatern Oliver Percovich und Sharna Nolan die 2007  das erste mal mit ihren Brettern über den Asphalt Kabuls rollten und ihre Bretter gleich vor Ort den sie umgebenden Kindern spendeten.

Kleine Schritte statt großer Gesten

Wie sieht denn im Moment der Alltag in den Großstädten Afghanistans aus? Was macht die Kindheit eigentlich aus ? Die meisten Kinder leben in bitterer Armut und müssen durch ihre Arbeit teilweise noch ihre Familien unterstützen. Ein besonderes Einkommen beispielsweise der Strassenkinder Kandahrs ist, neuerdings Metallreste nach Bombenexplosionen einzusammeln. Ein lukratives Geschäft, wie aktuell  berichtet wird.

Skateboardfahren ist der einzige Sport in Afghanistan, den Mädchen in der Öffentlichkeit ausüben dürfen – dazu der einzige den sie gemeinschaftlich mit Jungen praktizieren dürfen.

Skateboarden ist gekoppelt an Unterricht in Englisch und der Landessprache Dari, vermittelt Fähigkeiten in Gesundheitsfragen so wie Informationstechnologien und fördert gezielt die Kreativität der Schüler. Unabhängig von ethnischen und sozialen Hintergründen oder Geschlecht haben Kinder und Jugendliche die Möglichkeit, das koedukative Angebot zu nutzen. So schafft es Skateistan über den Spass am Skaten, den Kindern auch Kompetenzen für ihre Zukunft zu vermitteln.

LINKS und Spendenmöglichkeiten unter

www.skateistan.org

oder

www.skate-to-kabul.ch

Sämtliche Bildrechte liegen bei Interkult/Skate to Kabul

Seitensprung: Qantara.de

Diesmal im Seitensprung vorgestellt: qantara.de

Wer ist Qantara?

Das arabische Wort „qantara“ bedeutet Brücke. Qantara.de ist ein Projekt der Deutschen Welle, an dem auch das Goethe-Institut, das Institut für Auslandsbeziehungen und die Bundeszentrale für politische Bildung beteiligt sind. Das Projekt will zum Dialog mit der islamischen Welt beitragen und wird vom Auswärtigen Amt der Bundesrepublik Deutschland gefördert.

Lesetipp:

Die Araber und die Libyen-Intervention

Stehlt uns nicht die Revolution!

Die arabische Demokratiebewegung legt besonderen Wert auf ihre Unabhängigkeit und fürchtet nun, dass die Intervention in Libyen einen hohen Preis kosten wird: sie könnte ihrem Protest die Legitimität rauben. Ein Kommentar von Layla Al-Zubaidi

Gaddafi-Gegner und Anhänger der libyschen Demokratiebewegung in Bengasi; Foto: AP
Bild vergrössern Militärische Intervention zum rechten Zeitpunkt: Viele libysche Aufständische sind dankbar dafür, dass die sogenannte „Koalition der Willigen“ unter der Ägide der USA, Frankreichs und Großbritanniens rechtzeitig in den Konflikt eingriff. Seit Beginn der Luftangriffe auf Libyen wird in der arabischen Öffentlichkeit heftig darum gerungen, wie man zur westlichen Intervention stehen soll.

Richtig ist, dass nicht nur viele Libyer, sondern auch viele Stimmen in der arabischen Welt die Intervention befürworten: ein Novum in der Region. Mindestens genauso viele Menschen bleiben jedoch zutiefst skeptisch.

Westliche Intervention als Wendepunkt

Für die arabische Demokratiebewegung stellt die westliche Intervention einen Wendepunkt dar. Eine zentraler Faktor, der bisher für ihren Erfolg bürgte, fällt nun weg: dass es die arabischen Bevölkerungen selbst waren, die gegen ihre Despoten – und teilweise sogar gegen den Westen und dessen langjährige Allianz mit autoritären Regimen der Region – aufbegehrten.

Logo der Arabischen Liga; Foto: DW
Bild vergrössern In der Kritik: Die Arabische Liga gilt den meisten weniger als ihre Interessenvertretung denn vielmehr als ein Club alternder Despoten, schreibt Layla Al-Zubaidi. Die junge, im Internet versierte Generation und säkulare Reformer sind von den Machthabern nicht selten als „Agenten des Westens“ denunziert und verfolgt worden. Sie legen daher besonderen Wert auf ihre Unabhängigkeit und fürchten nun, dass die Intervention in Libyen einen hohen Preis kosten wird: sie könnte ihrem Protest die Legitimität rauben.

Nun haben ausgerechnet jene Mächte, die jahrelang die Stabilität dieser Regime garantiert haben, das Heft an sich gerissen, statt alle politischen Mittel auszuschöpfen.

Dass ihre Intervention in Libyen, anders als der US-Angriff auf den Irak 2003, von der UNO und der arabischen Liga abgesegnet wurde, verleiht ihr zwar größere internationale Legitimation. Doch für viele Araber macht das keinen großen Unterschied. Denn erstens gilt die Arabische Liga den meisten weniger als ihre Interessenvertretung denn vielmehr als ein Club alternder Despoten.

Viele dieser Regime fuhren in den vergangenen Tagen damit fort, in ihren eigenen Ländern die friedlichen Proteste brutal zu unterdrücken. Zweitens können nur die USA, England und Frankreich diese Resolution auch umsetzen. Und deren Motivation geht auch darauf zurück, dass es sich bei Libyen um einen wichtigen Öllieferanten und wichtigen Brückenkopf für die Migration nach Europa handelt; insbesondere Washington fühlt sich zudem von entlassenen oder entflohenen islamistischen Kämpfern bedroht.

Mit zweierlei Maß

Graffiti gegen Hamad bin Issa al-Chalifa; Foto: dapd
Bild vergrössern Die Protestbewegung in Bahrain wird vor allem von der schiitischen Bevölkerungsmehrheit getragen, die sich durch die sunnitische Herrscherdynastie von König Hamad bin Issa al-Chalifa benachteiligt fühlt. Mit ihrer manischen Art haben sich Gaddafi und seine Söhne auch bei ihren arabischen Nachbarn nur wenig Freunde gemacht – nur darum mag ihnen jetzt keiner seiner Diktatorenkollegen beispringen.

Doch in seinem Wahn, „Revolutionsführer“ auf Ewigkeit sein zu wollen, unterscheidet sich Gaddafi nur graduell etwa von Hamad al-Chalifa, dem Herrscher über Bahrain, der sich selbst zum König krönen ließ.

Besonders bitter stößt es der Protestbewegung in den Golfstaaten deswegen auf, wie sich ihre Staatschefs jetzt mit Blick auf Libyen verhalten. Während sich der „Golf-Kooperationsrat“, dem sie angehören, einerseits als Partner zum „Schutz der libyschen Zivilbevölkerung“ anbot, entsandte er zugleich Truppen nach Bahrain, um die brutalen Unterdrückung der dortigen Opposition zu unterstützen.

Dazu passt es, dass Saudi-Arabien eine absurde Fatwa ausstellen ließ, die demokratische Demonstrationen für „unislamisch“ erklärte. Dass diese Doppelmoral im Westen kaum für Empörung sorgte, dürfte daran liegen, dass diese Länder mit ihren Energiereserven und Militärbasen wichtige Verbündete sind und bleiben.

Jene Mächte, die nun die Militäroperation in Libyen anführen, müssen sich endlich mit den Fehlern der eigenen Politik und der ihrer arabischen Alliierten auseinandersetzen. Sonst bleibt am Ende der Eindruck haften, sie versuchten sich mithilfe des Militäreinsatzes von den Fehlern der Vergangenheit reinzuwaschen.

Doch festzuhalten bleibt: Obwohl die arabische Welt derzeit von einem einzigartigen revolutionären Moment erfasst ist, handelt es sich um sehr unterschiedliche Protestbewegungen. Die Proteste in Syrien, Jordanien und dem Jemen zeigen, dass dieser Aufstand noch längst nicht am Ende ist.

Der Mut und das Selbstbewusstsein der Protestierenden sind Anlass zum Optimismus, dass sie sich nicht vom Westen „enteignen“ lassen werden. Dieser Mut und dieses Selbstbewusstsein macht es den verbliebenen autokratischen Regimes sehr schwer, den Ruf nach Demokratie als „westlichen Import“ zu diskreditieren.

Layla Al-Zubaidi

© Qantara.de 2011

Layla Al-Zubaidi leitet das Büro der Heinrich-Böll-Stiftung in Beirut.

Redaktion: Arian Fariborz/Qantara.de

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